Sonnendeck – Kunstmagazin – jeden Monat neu

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Bewegtes Harren
Die Reise als symbolischer Akt oder als Möglichkeit zur weitgehend
fremdbestimmten Herstellung von Situationen betrachtet. Drei Beispiele.
von Hansjörg Fröhlich
Unter Reisen versteht ein jeder etwas anderes. Ulla Schmidt, dienstälteste Ministerin im Berliner Kabinett, zum Beispiel, versteht darunter, mit dem Dienstfahrzeug nach Alicante zu fahren und sich selbiges dort klauen zu lassen. Herr Fröhlich, dienstältester Texter des sonnendecks, versteht unter Reisen, die völlige Loslösung vom gemeinen Leben, ja, die Auswilderung der Seele. Mister Subramaniam, zeitweiliger Reisebeleiter von Herrn Fröhlich und Meister des „Licht am Ende des Tunnels-Currys“, sagte vor vier Jahren im Hotel Lake View in Pushkar/Rajasthan bei einem Gespräch zum Thema „Warum reisen?“: „Travelling tells to get lost.“
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Der stumme Kater
Ein subjektiver Streifzug über die
53. Esposizione Internazionale d’Arte, La Biennale di Venezia 2009.
von Marc Wellmann
Gleich vorweg: Der von Nicolaus Schafhausen kuratierte und vom britischen Künstler Liam Gillick bespielte Deutsche Pavillon ist ein enttäuschendes Ärgernis. Das betrifft weniger Schafhausens kühl kalkulierte Entscheidung, einen Künstler ohne deutschen Pass einzuladen (das hat Klaus Bußmann 1993 schon mit Nam Jun Paik gemacht, der damals zusammen mit Hans Haacke den Goldenen Löwen für den besten Pavillon erhielt), sondern das absurde Dokument künstlerischen Scheiterns in Form einer ziemlich langen Küchenzeile aus Fichtenholz (Vorbild: die von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky 1926 für Arbeiterwohnungen entworfene Frankfurter Küche), auf der eine ausgestopfte Katze thront.
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Riders on the Form
Wie jedes Jahr fand Ende Juli wieder der Atelierrundgang der Kunstakademie Stuttgart statt
Das sonnendeck-Team stellt hier ein paar Perlen vor, die alle
im weitesten Sinne etwas mit Reisen zu tun haben.
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Regio-Art-Tour
Im September scheint die Sonne, auf des Müßiggängers Omme, da kann er gleich ein Käppchen holen, das Land durchschreiten, auf flinken Sohlen. Hinter sich Eintönigkeiten, am Wegesrand nur Dorfschönheiten, in den Galerien andere Erhabenheiten, Feinsinnigkeiten, Ergriffenheiten – mit oder ohne Familienangelegenheiten oder ähnlichen Eventualverbindlichkeiten, sollst du im September gehen, durch Alleen zu Museen. Ja, liebe sonnendeck-Aficionados, wie wir diesen wohlgesetzten Jamben entnehmen, ist die Zeit gekommen das Ausstellungsangebot verschiedener Galerien und Museen zu goutieren. Um dem Kunstliebhaber eine Tour durch die Region zu erleichtern, hat die sonnendeck-Redaktion sechs Stationen ausgewählt, die erbaulichen Kunstgenuss versprechen.
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Oreste Nannetti – der Weltraumbergbauingenieur aus Volterra
Kunsthistorikerin Bettina Rudhof und Architekt Falk Horn über ihre Entdeckung
eines unwirklichen Orts in der Toskana.
Volterra ist eine der ältesten Städte der Toskana und liegt auf einem Bergrücken inmitten der sanften Hügellandschaft über dem Tal der Cecina. Fährt man die gewundene Landstraße zur Stadt hinauf, wird der Blick ins historische Zentrum von einer gewaltigen Festung versperrt, die unter den Medici errichtet wurde und heute als Staatsgefängnis dient. Im Ort selbst kann man eine Abzweigung zu einem bewaldeten Hügel nehmen, der an einem schlossähnlichen Baukomplex aus dem 19. Jahrhundert endet. Der Weg auf das Gelände ist von Hecken umwuchert und führt in einen nach drei Seiten geschlossenen, von Gras bewachsenen Innenhof. Die Stille der mitten im Wald gelegenen Anlage verbreitet eine eigentümliche Atmosphäre.
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