Sonnendeck –jeden Monat neu
Pool
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Sculpo, ergo sum
Was nicht passt, wird passend gemacht: Anmerkungen
zur Fleischbildnerei als Selbstschöpfung

von Jörg Scheller

Selbst-Wahl ist Körper-Wahl, Körper-Wahl ist Selbst-Wahl. Mit diesem Motto könnte man die condition humaine in Zeiten deregulierter ästhetischer Formungsmöglichkeiten des Fleisches beschreiben. Freut euch, physiophile Kinder des Friedens! Denn im Westen, da geht die Sonne auf: die Sonne von Soma.

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„Hast du heute schon dein Viagra gefressen?“
Die frühberufene Künstlerin Jana Kuznetsov malt bei
ihren provokanten Performances am liebsten mit Schamröte
von Michael Reuter

Kaum 150 cm hoch, haselnussbraune Kulleraugen und ein zartes Mini-Maus-Stimmchen: „Pffft“ denkt sich der Wolf und pustet die Frau ohne Anstrengung von den Klippen. Aber Obacht, verehrte Kunstfreunde, bevor diese Künstlerin sich wegblasen lässt, wird sie wandelbar wie ein Virus, anhänglich wie eine Zecke, bissig wie ein Rehpinscher und dickfellig wie ein Elefant. Ihr Name ist Jana Kuznetsov:
Erdlinge, lauft weg oder kniet nieder.

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Sei ein anderer, um du selbst zu sein
Wenn ein Leben nicht reicht, kann die Kunst helfen
von Michael Reuter

Für die Künstlerin Andrea Éva Györi hat Kunst immer etwas mit ihrer momentanen Lebenssituation zu tun. Die 26-jährige Budapesterin schöpft aus ihrem Alltag, ja plündert ihn für ihre oft mehrteiligen Projekte. Wohnt Györi bei ihrer Oma, so entsteht eine Serie von Fotografien, die am Originalschauplatz Omas Wohnzimmer ein fiktives Rollenspiel zwischen Großmutter und Enkelin dokumentiert.
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Ich ist eine andere
Als zweiten Teil der Reihe Displacement 2 zeigt das ­sonnendeck in Kooperation mit den Galerien der Stadt Esslingen, Arbeiten der Künstlerinnen Andrea Eva ­Györi und Jana Kuznetsov. Beide haben auf jeweils unterschiedliche Art krasse Persönlichkeitswechsel durch­gespielt und im Bahnwärterhaus der Villa Merkel in einer Doppelausstellung verdichtet. Hansjörg Fröhlich hat sich mit den Künstlerinnen über den Kunstbetrieb, Publikumsmanipulation und ihre Erfahrungen mit wechselnden Identitäten unterhalten.

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Wie fühlt sich eine andere Identität an?

Jana
Ich bin sehr konzentriert. Gefühle, die man in einer öffentlichen Situation normalerweise hätte, treten absolut in den Hintergrund. Ähnlich einem Bildhauer, der eine Skulptur macht, habe ich bei meinen Episoden als Baddy Dolly Jane eine große Distanz zum Gegenstand.

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