Sonnendeck – Kunstmagazin – jeden Monat neu


LANDGANG

Always Look on the Bright Side of Life
Das Museum für Neue Kunst im ZKM in Karlsruhe beschäftigt sich bis Mitte April mit der
Rückkehr der Religionen in das öffentliche Bewusstsein

von Michael Reuter

Okay, okay, die Theorie! Mag sein, dass die von Peter Waibel und Boris Groys kuratierte Ausstellung Medium Religion im ZKM arg gedankenschwer daherkommt und dass die große Themenvielfalt einige Besucher intellektuell keult, aber was soll’s?
. . .

Vielfalt in der Einheit
Neben Barbetrieb, Party und Konzerten bietet der Kulturverein Provisorium in Nürtingen
einen Off-Space für zeitgenössische Kunst

von Michael Reuter

Muss ja ein mächtig großer Kulturverein sein! Mit Zentralsaal! In Nürtingen! „Hotelbar Kassel“, „borderlines“, „Schauraum“, „Café Logos“, „El Kursaal“ und ein „Filmclub“ buhlen auf der Website um die Gunst eines kulturell offensichtlich äußerst regen Publikums. Womöglich mit Strahlkraft weit über die Provinz hinaus? Nie gehört. Verdammt!

. . .


Lehrreiche Werke in Zeiten der Krise
Bei Null anfangen, sich selbst treu bleiben und nach vorne blicken
von Elsa-Laura Horstkötter

Den Kern der neuen Ausstellung ZERO lebt in der Kunsthalle Weishaupt bildet der so genannte ZERO-Raum, ein geschlossener Sammlungsblock mit 23 gleichformatigen Werken. Obwohl Siegfried Weishaupt die hochkarätigen Arbeiten bereits 1990 erwarb, vergingen fast 20 Jahre bis zur ersten, geschlossenen Präsentation. Schon als jungen Sammler hat den Unternehmer die Aufbruchstimmung der ZERO-Künstler fasziniert. Mit dem Geld aus seinem Unternehmen für Brenner und Heizsysteme im oberschwäbischen Schwendi entwickelte sich die umfangreiche Sammlung entgegen dem üblichen Trend nicht hin zur Pop-Art, sondern blieb den Schwerpunkten Farbfeldmalerei, ZERO und Op-Art treu.
. . .

„Durch arbeiten und schwitzen, leiden und Drangsal, bettend zum Fluch“
Die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg zeigt noch bis zum 22. Februar Arbeiten
von Adolf Wölfli und anderen Künstlern der Sammlung Morgenthaler
von Elsa-Laura Horstkötter

n seinem Irrsinn entspricht das Werk von Adolf Wölfli (1864 – 1930) der idealtypischen Vorstellung der dunklen, wahnhaften Seite eines Genies. Die Paradoxie eines umnachteten und doch künstlerisch klaren Geistes, die völlige Auflösung eines Menschen in seinem künstlerischen Werk und der absolute Anspruch auf Erschaffung eines vollständig neuen Weltbildes.
. . .


Das Quadrat gibt dem Würfel den Laufpass

Fünf Künstler mischen die Sammlung Marli Hoppe-Ritter auf
ein Redaktionsbeitrag

Kunstmuseen geben den Besuchern häufig das Gefühl, unwissende Individuen zu sein, die mit dem Eintritt ins Museum jetzt und sofort die Möglichkeit bekommen sollen sich weiterzubilden. Aber manchmal haben die zahlenden Gäste gar keine Lust, eine kunsthistorisch überkorrekte Hängung in einem übervollen White Cube zu durcheilen.
. . .