Sonnendeck – Kunstmagazin – jeden Monat neu


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In the World Race, we are the outsiders*
von Michael Reuter

Randständige, Irre, Spiritisten, Unangepasste, Knackies: Die rohe, unverfälschte Kunst
von gesellschaftlichen Außenseitern findet in der offiziellen Geschichtsschreibung selten Anerkennung, übt jedoch einen erheblichen Einfluss auf die etablierte Kunst aus.
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Wir heilen die Welt, bis sie tot ist
Autor Fröhlich surft auf global davon schwimmenden Fellen und findet ein Tonikum gegen die Krise: Outsider-Art die von innen kommt.

Outsider oder Insider, wer ist drin, wer draußen? Wer befindet sich im Mainstream, wer auf der Seitenstraße, wer in der Sackgasse, in der Einbahnstraße, auf dem Hohlweg? Das Bedürfnis der am Kulturleben und der Kunstwelt beteiligten Personen, Labels zu verteilen, Strömungen zu benennen und Künstler in Hauptvertreter und Mitschwimmer einer bestimmten Kunstrichtung zu scheiden, war schon immer absurd, ist aber spätestens seit 50 Jahren vollkommen Banane.
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Mehr Outside geht nicht!
Interview mit Jenz Dieckmann, dem Herausgeber des Kunst-Fanzine „Inside artzine“
von Michael Reuter

Deine Compilations von extremen Bildern und Grafiken lösen bei vielen Leuten nur eine Reaktion aus: Was für ein kranker Scheiß! Verstümmelte Puppen, Sex- und Gewaltfantasien, morbide Albträume und eine Menge Körper in verschiedenen Stadien des Verfalls. Trauen sich deine Autoren und Künstler überhaupt noch auf die Straße?
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Ist ja irre!
Über Musikgruppen, die an ihrem Handicap arbeiten
von Elsa-Laura Horstkötter

Vorne rechts tanzt sich einer ins physische Nirvana, neben ihm spielt einer frei von Lampenfieber Mundharmonika und hinten links unterstützen sich die Bandkollegen gegenseitig beim 70 db Grölen von „Marmor, Stein und Eisen bricht…“. Die „Brenz-Band“ macht ihrem Leitsatz: „Wir spielen euch in Grund und Boden“ alle Ehre.
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„Wenn ich sterbe,stirbt meine Sammlung“
Charlotte Zander und ihre Suche nach einer neuen Heimat für 4.000 Kunstwerke.
von Michael Reuter

Ganz im Norden des Landkreises Ludwigsburg liegt Bönnigheim. Neben dem Schwäbischen Schnapsmuseum und der Sudentendeutschen Heimatstube kann die Kleinstadt vor allem mit einem Pfund wuchern: dem im September 1996 eröffneten Museum Charlotte Zander im Schloss Bönnigheim. Über 4.000 Werke der Naiven Kunst (die Sammlerin spricht lieber von Kunst der Naive), Art Brut und Outsider Art hat sie im Laufe von fünf Jahrzehnten erworben. Es ist die größte Privatsammlung ihrer Art, unbedingt sehenswert, nicht weit von Stuttgart entfernt und dämmert doch seit Jahren in einem unfreiwilligen Dornröschenschlaf.
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Von Ausflügen, die eigenartigerweise in Erinnerung geblieben sind,
da das mit dem Geruchsgedächtnis so eine Sache ist
von Jochen Schlöder, der nicht daran glaubt, dass Einsen und Nullen
die Pforten der Weisheit öffnen

Nachdem ich mich nun zum wiederholten Male ob meiner vermeintlichen Universalgelehrtheit wundere, und da ich, komme-was-da-wolle, stets etwas zum Schwerpunktthema beizutragen zu glauben weiß, ziehe ich mir diesmal einen groben Strickpullunder an, um in diesem ein aus gegebenem Anlass printkolleg-artiges Proseminar aus dem Ärmel meines reichen Erfahrungsschatzes zu schütteln. Interessant wäre zu wissen, ob der Pullunder schon seit jeher als nahezu einziges Kleidungsstück in Verruf stand, oder ob die Telekolleg-Präsentatoren für die lang anhaltende Misère des Pullunders verantwortlich sind.