die Produktion dieser sonnendeck-Ausgabe fiel in stürmische Wochen. Beim gelegentlichen Abschweifen von der Textarbeit in die Newsportale des wwws, blickten leidgeprüfte Gesichter unsere Autoren an. Zyklon Nargis hinterließ in Birma neben unsäglichem Elend, zerstörten Lebensträumen, auch eine Installation von Wellblechdächern, gesplittertem Holz, Verpackungsmaterial und asiatischem Tuch, wie sie selbst der wenige Tage nach dem Wirbelsturm verstorbene Gigant der zweiten Moderne, Robert „Müllmann“ Rauschenberg nicht besser hingekriegt hätte. Der Texaner mit deutschem Großvater, gehörte zu einer Künstlergeneration der es noch vergönnt war, bei Ausstellungseröffnungen „das Fallen der Kinnladen“ im Publikum zu hören. Als Arbeiter „an der Grenze von Leben und Kunst“ traktierte er die Nachkriegswelt mit seinen Assemblagen aus Strandgut der Zivilisation: Pappkartons, Lumpen, Zeitungsausrisse und ausgestopfte Tiere, mit Farbklecksen zu Skulpturen kombiniert, die nach Jahren des abstrakten Expressionismus, endlich wieder mehr über die Welt als über den Künstler sagten. Ein ähnlicher, jedoch anders gelagerter Paradigmenwechsel, vollzog sich in den letzten Jahren auch in der zeitgenössischen Malerei, die sich wieder mehr dem Figurativen zuwendet, mit Materialien und Formen spielt und so eine neue Narration gebiert. Diesen „New Spirit in Painting“ stellt eine Gruppenausstellung der Villa Merkel in Esslingen vor. In einem Interview diskutieren die Kuratoren Marcus Weber und Andreas Baur den Malereiboom, die Besonderheiten der deutschen Kunstlandschaft und natürlich ihre Ausstellung. Moderne Grüße vom sonnendeck |