Die Umgebung einer Stadt oder eines Landes, die Nachbargalaxien im Kosmos oder die an einen Computer angeschlossenen Geräte, wie Drucker, Scanner, Bildschirm, alle werden als Peripherie bezeichnet. Mediziner sprechen von den Extremitäten, also Arme, Beine, Füße und Hände als, im Gegensatz zum Rumpf, periphere Teile unseres Körpers. Das Randständige sagt viel über das Zentrum aus, ja dieses Zentrum lässt sich oft nur über seine peripheren Anhängsel steuern, erkennen oder verstehen. Handleser in aller Welt, interpretieren den Linienverlauf und beurteilen nicht nur den Zustand des restlichen Körpers, sie enthüllen auch die Zukunft des Individuums. Eine Fußreflexzonenmassage, kann ein nervöses Herz beruhigen oder eine ermattete Leber reanimieren. Was wissen wir von den Vorgängen in großen Kapitalgesellschaften? Nichts! Alles was uns zu Ohren kommt, erfahren wir von der Peripherie, der Pressestelle oder den Präsentationen zur Einführung eines neuen Produkts. Die Peripherie, gleich welchen Zentrums ist die Andockstelle, die kommunikative Brücke zum Zentrum. Der öffentlichste und gleichzeitig der sensibelste Punkt des Gesamtwesens. Vor diesem Hintergrund untersucht Hansjörg Fröhlich in seinem Beitrag das Verhältnis zwischen Zentrum und Rand der Gesellschaft. Manuel Kreitmeiers Artikel über den Künstler Konrad Losch führt uns in die randständigen Bereiche unserer Psyche. Marc Peschke berichtet über eine Karlsruher Hajek-Ausstellung. Michael Reuter beobachtet den visuellen Dialog zwischen Möbeln und Fotografie auf einer Schrank-Ausstellung in Tübingen. Frederic Marc Mitzkat hat auf der Frieze Art Fair in London einen Flohmarkt als Teil eines Supermarkts der Kunst angetroffen. Schließlich beschäftigt sich Jochen Schlöder, wie immer auf Sinnsuche, in seiner Kolumne mit peripheren Kunstäußerungen und kommt dabei auf Salzteig in Damenhänden zu sprechen. Periphere Grüße vom Sonnendeck |